Donnerstag, 17. November 2011

"Der Stalker" von Eva Markert

Eva Markert führt mit ihrer Erzählung mitten hinein ins Jugendleben. Die alltäglichen Sorgen und Nöte von Teenagern mit Schule, Partys und Schwärmerei bilden den Rahmen einer überaus packenden Geschichte. Besonders die lebendigen Dialoge und die sich permanent in einer bedrohlichen Spirale steigernde Spannung sind es, die mich als Leser in ihren Bann gezogen haben.

"Der Stalker" ist die Geschichte von Lea, einer Schülerin der 9. Klasse. Sie hat sich insgeheim in ihren Mitschüler Marc verliebt und sinnt in jeder freien Minute darüber nach, wie sie mit ihm zusammenkommen könnte. Natürlich bespricht sie ihre geheimen Sehnsüchte mit ihrer besten Freundin Nele. Und es gibt noch Steffen. Auch er ist Leas Vertrauter, wohnt im Nachbarhaus, ist mir ihr aufgewachsen und wir ein Bruder für sie. Mit den Ratschlägen ihrer Freunde gewappnet, versucht sie, Marc für sich zu gewinnen.

Doch plötzlich geschehen Dinge, die Lea aus der Bahn werfen. An ihrem Fahrrad werden die Reifen durchstochen, mysteriöse Anrufe und SMS mit Beschimpfungen erreichen sie, ihre Jacke verschwindet, ihre Schultasche wird mit Wasser überschwemmt. Was zunächst nach dummen Streichen aussieht, wächst sich zu einer wachsenden Bedrohung aus. Die ganze Klasse hilft Lea dabei, den vermeintlichen Stalker zu entlarven. Weil alle Spuren im Sand zu verlaufen scheinen, gerät Lea selbst in Verdacht, alles nur inszeniert zu haben, um sich wichtig zu machen.

Schritt für Schritt steigert Eva Markert in ihrem Buch die Spannung. Für den Leser hat sie Hinweise verstreut, die schnell den Stalker vermuten lassen. Doch selbst als er offen benannt und auch für Lea klar ist, wer sie so bedroht und in Angst versetzt, hat die Geschichte noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. Immer noch der Willkür und der Verfolgung durch den Stalker ausgeliefert, scheint es für Lea keinen Ausweg zu geben.

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. "Der Stalker" ist eine dramaturgisch hervorragend konzipierte Geschichte, die ich sehr gern weiterempfehle.


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