Dienstag, 1. November 2011

"Die Prinzessin mit der feinen Nase" von Tine Sprandel

Dieses Märchen über ein kleines Königreich auf einer blühenden Sommerwiese beginnt ganz klassisch: Die feine Nase von Prinzessin Penelope riecht nichts mehr, sie ist deshalb unglücklich und das ganze Volk voller Sorge. Der König verspricht dem reichen Lohn und die Hand seiner Tochter, der sie zu heilen vermag. Der faule, ganz und gar nicht heldenhafte Wiesenwicht Viktor beschließt, sein Glück zu versuchen.

So nimmt die Geschichte ihren Lauf und führt ein eine Welt fantasievoll gestalteter Figuren. Wiesenwicht Viktor verbringt den Tag gern in seiner Lieblingsblüte, dem "nickenden Dingsda". Vor dem Rankentor des Schlosses wird er abgewiesen, schafft es aber durch Hilfsbereitschaft, sich mit der Zofe Sofia zu verbünden. Da tritt als mächtiger Gegenspieler der Kaiser des Ackerlandes auf den Plan - bezaubernd charakterisiert durch sein "gönnerhaftes Wedeln mit einem Kartoffelblatt". Er will die Prinzessin nicht heilen, sondern als Braut mit in sein Reich nehmen, wo eine feine Nase ohnehin nur hinderlich ist. Fast ist der König schon bereit, seine Tochter gegen einen Berg Geschenke einzutauschen ...

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: Es gibt ein glückliches Ende, das mit den gewohnten Märchenregeln bricht und trotzdem zauberhaft und versöhnlich ist.

Tine Sprandel gelingt es mit liebevoll beschriebenen Details, die Helden, ihre Abenteuer und das Wiesenreich lebendig werden zu lassen. In harmonischer Einheit mit den wunderbaren Illustrationen von Gwen Kaase glaubt man als Leser fast, den Duft der Blütenwiese wahrzunehmen.


1 Kommentar:

  1. In dem Märchen von der Prinzessin mit der feinen Nase hat Tine Sprandel wunderschöne, lebensnahe Bilder einer Sommerwiese gezeichnet. Ich hatte das Gefühl, mittendrin zu stehen.
    Die zarten Bilder und Initialen von Gwen Kaase passen herrlich zu der Geschichte, so dass das Buch eine kleine künstlerische Kostbarkeit ist.

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