Montag, 29. Oktober 2018

"Der weiße König" von György Dragomán

Rumänien Mitte der achtziger Jahre. Der kommunistische Diktator Ceaucescu sonnt sich im Personenkult und in Tschernobyl explodiert der Atomreaktor. In diesem Land, in dieser Zeit lebt der elfjährige Dszátá, von dessen Erlebnissen in diesem Roman erzählt wird.

Ich will es gleich sagen: Ich hatte lange kein so großartiges Buch mehr in den Händen. Wenn man sich erst einmal auf die atemlos langen Sätze eingelassen hat, wird man vom Sog der Sprache regelrecht mitgerissen. Mir jedenfalls erging es so.

Mittwoch, 20. Mai 2015

"Die Arbeit der Nacht" von Thomas Glavinic

Wie wäre es, plötzlich ganz allein auf der Welt zu sein? Diese Frage stellt sich irgendwann jeder - am häufigsten wohl in den Jahren der Kindheit. Dann wachsen der Fantasie Flügel und man geht in fremden Häusern auf Entdeckungsreise. Thomas Glavinic hat aus dieser Idee einen Roman gemacht und konnte sich meines Interesses sicher sein.

Mittwoch, 13. Mai 2015

"Alles umsonst" von Walter Kempowski

Ich habe den Roman gerade erneut gelesen - und mich wieder bereits nach den ersten Seiten über den typisch eigenwilligen Stil gefreut. Ich bin ein Fan der knappen und treffsicheren Sprache von Kempowski.

Die Geschichte führt in den letzten Winter des Krieges auf ein Gut in Ostpreußen. In der Ferne ist bereits der Kanonendonner der herannahenden Roten Armee zu hören, alles befindet sich in Auflösung und ein Reigen einprägsamer Figuren strandet auf dem abgelegenen Hof.

Montag, 13. April 2015

"Kreativ schreiben: Handwerk und Techniken des Erzählens" von Fritz Gesing

Wer mit dem Schreiben beginnt hat viele Fragen. Das gilt besonders, wenn man sich ein Herz gefasst und ein größeres Projekt in Angriff genommen hat. Natürlich verwundert es nicht, wie sich die Fragen von Autoren ähneln, denen man in den sozialen Netzwerken begegnet. Verständlich ist auch, wie viele Ratgeber dazu neu erscheinen und sich den immer wieder gleichen Themen des Handwerks, der Stoffbewältigung und der Selbstorganisation widmen.

Montag, 12. Mai 2014

"Warum du mich verlassen hast" von Paul Ingendaay

Da stehe ich am Ende des Buches und blicke zurück in die Weite der niederrheinischen Landschaft, in der ein katholisches Internat wie eine Insel schwimmt. Hier spielt die Geschichte vom jungen Marko und es verwundert nicht, das er in seiner Phantasie in Robinson Crusoe einen Seelenverwandten hat.

Montag, 11. März 2013

"Das Versprechen" von David Baldacci

Ein Autounfall schleudert die Kinder Lou und Oz um das Jahr 1940 aus ihrem behüteten Leben in New York. Der Vater kommt dabei ums Leben und die Mutter fällt ins Koma. Die Uroma, die in den Bergen von Virginia in einfachsten Verhältnissen lebt, nimmt die Kinder in ihre Obhut und kümmert sich um die Pflege der Mutter.

Dienstag, 5. März 2013

"Wiesinger" von Jens Wonneberger

Der Roman erzählt die Geschichte von Boris Wiesinger. Kurz vor dem Ende der DDR aus Gesinnungsgründen vom Medizinstudium ausgeschlossen, verdingt er sich als Friedhofsgärtner und Totengräber in einer sächsischen Kleinstadt. Er ist ein Aussteiger und Oppositioneller, der sich vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Auflösungserscheinungen in den begrenzten Dimensionen seiner kleinen Welt inszeniert. Mit der Wende fällt er ins Leere und ist plötzlich verschwunden.

Mittwoch, 25. Januar 2012

"Wie man erfolgreich E-Books verkauft" von Wilhelm Ruprecht Frieling

Das Buch enthält exklusive Interviews mit erfolgreichen eBook-Autoren aus Deutschland. Darüber hinaus gibt es eine Darstellung der Marketing-Techniken des amerikanischen Schriftstellers John Locke, dem es gelang, innerhalb von fünf Monaten mehr als eine Million eBooks zu verkaufen. Basierend auf den praktischen Erfahrungen von Autoren, die seit Monaten auf den Bestseller-Listen bei Amazon vertreten sind, werden deren Tipps und Tricks vorgestellt.

Montag, 19. Dezember 2011

"Rheinsberg" von Kurt Tucholsky

Über einhundert Jahre alt ist dieses "Bilderbuch für Verliebte". 1912 erschien es zum ersten Mal. Gerade habe ich es erneut gelesen und blättere beschwingt zurück, erfreue mich wieder und wieder an den vor langer Zeit von mir markierten Textstellen: So viele schöne Gedanken und lebensvolle Sätze, so viel Heiterkeit und Übermut - so viel Jugend.